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Wissenswertes und Neues rund um die VR EnergieGenossenschaft

24.06.2024 - 14. Generalversammlung der VR Energiegenossenschaft Oberbayern Südost eG

Energiegenossenschaft erwirtschaftet überdurchschnittliches Ergebnis in Höhe von 1,1 Mio. Euro und bezahlt 7,00 Prozent Dividende an seine Mitglieder

Nach dem Grundsatz „Nicht nur reden, sondern handeln“ agiert die regionale Energiegenossenschaft in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein außerordentlich erfolgreich und ist mehr als nur ein herkömmlicher Energieerzeuger. Vor allem die hohe Wertschöpfung in der heimischen Region zu halten war ein wichtiger Antrieb bei der Gründung der Genossenschaft im Jahr 2010. Und dass dies weiterhin gut gelingt, das belegen die Zahlen aus der diesjährigen Generalversammlung im Festsaal in Siegsdorf:

Eine der drei Freiflächenanlagen im PV-Park Petting.

Regionale Wertschöpfung: Dividenden

Zum Jahresende 2023 waren 834 Bürgerinnen und Bürger, Firmen und Kommunen beteiligt. Mit deren Geschäftsguthaben in Höhe von 7,6 Millionen Euro – ergänzt um Fremdkapital der heimischen Regionalbanken – konnten Projekte im Gesamtwert von über 20 Millionen Euro realisiert werden. Hierfür wurden fast ausschließlich regionale Firmen und Unternehmen beauftragt und damit die heimische Wirtschaft gestärkt.

Mit einem soliden Sonnenjahr und dem rechtzeitigen Abschluss von sogenannten PPA-Verträgen ist es gelungen, die Rekordpreise aus der Energiekrise noch etwas länger zu sichern und damit 2023 einen Jahresüberschuss von 1,1 Millionen Euro zu erreichen. Dieses wiederholt sehr gute Ergebnis ermöglichte die Ausschüttung einer deutlich über dem Kapitalmarktzins liegenden Dividende in Höhe von 7,00 Prozent.

Seit Gründung wurden damit insgesamt 2,2 Millionen Euro Dividenden an die Mitglieder ausgeschüttet.

Regionale Wertschöpfung: Steuern

Je erfolgreicher die Genossenschaft wirtschaftet, umso mehr profitieren auch die Kommunen und die staatlichen Institutionen. Seit Gründung wurden 1,9 Millionen Euro an Gewerbe- und Körperschaftsteuern überwiesen. Hauptprofiteure sind jeweils die Kommunen, in denen die PV-Anlagen installiert sind und damit indirekt die jeweiligen Einwohner dieser Städte und Gemeinden.

Regionale Wertschöpfung: Rücklagen

Zu einem stabilen Unternehmen gehört auch ein starkes Fundament. Diese Basis wurde über bilanzielle Rücklagen in Höhe von mehr als 2,4 Millionen Euro ebenfalls eindrucksvoll gelegt. Gerade in Zeiten steigender Zinsen ist dies die Grundlage, um auch zukünftig die Energiewende vor Ort unbürokratisch und auf direktem Wege voranbringen zu können.

Übersicht der Projekte der VR Energiegenossenschaft Oberbayern Südost eG.

Mittlerweile größter Sonnenstrom-Erzeuger in der Region

Mit insgesamt 34 Dachanlagen sowie 6 Freiflächenanlagen hat sich die VR EnergieGenossenschaft Oberbayern Südost eG zum größten regionalen Erzeuger von regenerativem Sonnenstrom im südöstlichen Oberbayern entwickelt. Mit einer installierten Leistung von 14.258 kWp wird rechnerisch Strom für 4.350 Haushalte produziert.

Der Prüfungsverband bescheinigte der Genossenschaft in der Generalversammlung geordnete Rechtsverhältnisse sowie eine gute Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Mitglieder erteilten den Vorständen Jürgen Hubel, Albert Pastötter und Norbert Zollhauser sowie den vier Aufsichtsrats-Mitgliedern die Entlastung. Das Aufsichtsrats-Mitglied Wolfgang Hirner stellte sich zur Wiederwahl und wurde von den Mitgliedern für weitere 3 Jahre in den Aufsichtsrat gewählt.

Die Herausforderungen bleiben gewaltig

Mit der "Zeitenwende" haben sich die energiepolitischen Vorzeichen massiv verschoben. Waren es bisher die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit, die im Zusammenhang mit den Erneuerbaren Energien genannt wurden, so sind jetzt die treibenden Themen Energiesicherheit, Standortsicherung für die Wirtschaft und Wertschöpfung vor Ort. Nicht nur reden, sondern handeln ist also das Gebot der Stunde. Transparenz, Bürgerbeteiligung und örtlicher Bezug sind wichtige Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende.

Die konsequente Verfolgung der Ziele einer nachhaltigen Energieversorgung bleibt das Hauptanliegen der heimischen Genossenschaft in Bürgerhand. Von den politisch vorgegebenen Zielen sind allerdings beide Landkreise, sowohl das Berchtesgadener Land wie auch Traunstein, noch ein gutes Stück weit entfernt.

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, ist eine noch engere Verzahnung mit den Verantwortlichen vor Ort notwendig. Denn nur mit einem Schulterschluss und unter Einbezug aller Beteiligten – von Politik, Unternehmen und Bürgern – können die erheblichen Chancen für unsere Region gehoben werden.

Die Vorstände (v.l.) Jürgen Hubel, Albert Pastötter und Nobert Zollhauser mit den Aufsichtsratmitgliedern: Josef Dandl (Vorsitzender), Wolfgang Hirner, Martin Unterrainer und Karl Joachim Schmitt (stv. Vorsitzender)
12.10.2023 - Bürger-Informationsabend zum PV-Park in Ainring

Gemeinde und VR EnergieGenossenschaft stellen Planungen zum Bürgersolarpark Ainring vor

Großes Interesse der Ainringer Bürgerinnen und Bürger

Die Herausforderungen der Energiewende sind riesig: Neben der Versorgungssicherheit zu bezahlbaren Preisen und der Einhaltung der Klimaziele geht es mittlerweile vor allem darum, die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren und zugleich die regionale Wertschöpfung zu erhalten. Transparenz, Bürgerbeteiligung und örtlicher Bezug sind wichtige Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende.

Mit der "Zeitenwende" hat sich die Interessenlage massiv verschoben. Waren es in der Zeit vor dem 24. Februar 2022 die Themen "Klimawandel", "Umweltverschmutzung" und "Nachhaltigkeit", die im Zusammenhang mit den Erneuerbaren Energien genannt wurden, so sind jetzt die treibenden Themen "Energiesicherheit", "Standortsicherung für die Wirtschaft" und "Wertschöpfung vor Ort". Nicht nur reden, sondern handeln ist also das Gebot der Stunde.

Landkreis noch weit vom 80-Prozent-Ziel entfernt

Der Landkreis und die einzelnen Kommunen im Berchtesgadener Land haben sich 2014 mit dem Energienutzungsplan das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mind. 80 Prozent des Strombedarfs aus regionalen erneuerbaren Energiequellen zu decken.

Im gesamten Lkr. BGL werden lt. den letzten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2020 erst 41 Prozent aus Erneuerbaren Energiequellen bezogen. Im Bereich Wärme befindet man sich noch weiter vom angestrebten Ziel entfernt.

Die Gemeinde Ainring ist hier bereits einen Schritt weiter. Laut diesen Zahlen werden dort über 50 Prozent des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energiequellen bezogen. Der größte EE-Anteil kommt mit 24 Prozent aus der Wasserkraft.

Bürger-Informationsabend in Ainring mit fast 200 Teilnehmern sehr gut besucht

Nachdem im Berchtesgadener Land der Bau von PV-Freiflächenanlagen bisher kaum vorangetrieben wurde, macht sich die Gemeinde Ainring nun mit einem Bürgersolarpark auf den Weg. Der Gemeinderat hat Mitte des Jahres die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Damit schreiten die Planungen für das wichtige Projekt einer nachhaltigen Stromerzeugung in der Kommune voran.

Im Rahmen eines Bürger-Informationsabends informierte Bürgermeister Martin Öttl, Bauamtsleiter Thomas Fuchs und die beiden Vorstände der Energiegenossenschaft Albert Pastötter und Norbert Zollhauser die knapp 200 interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Planungen zum Bürger-Solarpark. Die Verantwortlichen der heimischen Energiegenossenschaft stellten dabei auch die Rahmenbedingungen einer möglichen Bürgerbeteiligung vor.

Die Vertreter der Gemeinde Ainring erklärten anschaulich, dass als Bestandteil des im Aufbau befindlichen gemeindlichen Klimaschutzkonzeptes ein umfangreiches und detailliertes Konzept für den Ausbau der erneuerbaren Energien angefertigt wurde. Nach dem Motto: „So viel Photovoltaik auf Dach wie möglich, so viel Photovoltaik im Freiland wie nötig“ wurden zunächst sämtliche gemeindlichen Gebäude auf Möglichkeiten untersucht und soweit möglich und sinnvoll in das Konzept integriert.

Dabei wurde schnell klar, dass die Klimaziele nur mit Ausstattung von Dächern bei weitem nicht erreicht werden können. Also hat sich die Gemeinde mit der Möglichkeit einer Freiflächen-PV-Anlage befasst. Hierzu wurde das gesamte Gemeindegebiet detailliert nach den Vorgaben des Bauministeriums und der Regierung von Oberbayern untersucht. Nach Auswertung aller Ausschluss- und Restriktionskriterien im Gemeindegebiet hat sich die angedachte Fläche neben wenigen anderen Flächen als geeignet herausgestellt.

Erster Bürgermeister Öttl betonte, dass der Standort nach seiner Meinung geradezu ideal ist, denn die Wiese liegt direkt an der Bahnlinie Freilassing – Berchtesgaden, ist durch Infrastruktur-Einrichtungen vorbelastet und die für die Einspeisung so wichtige Stromtrasse läuft direkt über der Fläche. „Die Gesellschaft braucht die Energie und unser Planet braucht den Klimaschutz. Die VR EnergieGenossenschaft bietet uns allen die Möglichkeit, dass wir uns finanziell an dem in Planung befindenden Solarkraftwerk nordöstlich von Mitterfelden beteiligen können. Ich persönlich erachtete eine Genossenschaft als die ideale Gesellschaftsform, denn in den vergangenen Jahren - und die waren beileibe nicht rosig - wurden sehr gute und kontinuierliche Renditen erzielt. Was will man mehr?“, so der Bürgermeister.

Eckpunkte zur geplanten PV-Anlage:

  • 4.000 kWp Freiflächenanlage auf 3,6 Hektar Fläche
  • Gesamtfläche der Gemeinde = 3.297 ha | 3,6 ha entsprechen 0,11% der Gemeindefläche
  • kalk. Gesamtinvestition = 3,0 Mio. €
  • jährliche Strom-Erzeugung = 4.400.000 kWh
  • jährliche CO²-Vermeidung = 2.200 Tonnen
  • Strom für ca. 1.460 Drei-Personen Haushalte

 

In der abschließenden Fragerunde gingen die Redner auf zahlreiche Fragen der Zuhörer ein. Vor allem das Thema „Wie kann ich mich an der PV-Anlage finanziell beteiligen“ wurde von den Anwesenden nachgefragt.

Beim Bürgerinformationsabend in Ainring begrüßten Sie (v.l.n.r.): Albert Pastötter (Vorstand der VR EnergieGenossenschaft Oberbayern Südost eG), Martin Öttl (1. Bürgermeister der Gemeinde Ainring), Thomas Fuchs (Leiter des Bauamtes Ainring) und Norbert Zollhauser (Vorstand der VR EnergieGenossenschaft Oberbayern Südost eG).