16. Generalversammlung der VR EnergieGenossenschaft Oberbayern Südost eG
Energiegenossenschaft weist ein Ergebnis von 443.000 Euro aus und bezahlt 4,00 Prozent Dividende an ihre Mitglieder.
Auch wenn im zurückliegenden Jahr andere politische Themen im Mittelpunkt standen, bleibt der Umbau unseres Energiesystems eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Neben der Versorgungssicherheit zu bezahlbaren Preisen und der Einhaltung der Klimaziele geht es mittlerweile vor allem darum, die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren und zugleich die regionale Wertschöpfung zu erhalten.
Die Fortschritte sind deutlich sichtbar: Laut Zahlen der Bundesnetzagentur kamen im vergangenen Jahr 58,8 Prozent der realisierten Stromerzeugung in Deutschland aus regenerativen Quellen wie Sonne, Wind, Wasser und Biogas.
Mit diesem hohen Anteil an nachhaltig erzeugtem Strom wächst auch die wirtschaftliche Wertschöpfung im Inland. Der zunehmende Einsatz heimischer Energiequellen macht Deutschland unabhängiger von teuren Energieimporten wie Öl, Gas und Kohle und stärkt zugleich die regionale Wirtschaftsleistung. Wie wichtig dies ist, verdeutlichen seit Beginn des Irankriegs die immensen Preissprünge an den Energiemärkten.
Nach dem Grundsatz „Nicht nur reden, sondern handeln“ agiert die regionale Energiegenossenschaft in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein außerordentlich erfolgreich und ist mehr als nur ein herkömmlicher Energieerzeuger. Vor allem die hohe Wertschöpfung in der heimischen Region zu halten war ein wichtiger Antrieb bei der Gründung der Genossenschaft im Jahr 2010. Und dass dies weiterhin gut gelingt, das belegen die Zahlen aus der diesjährigen Generalversammlung im Festsaal in Siegsdorf.
Regionale Wertschöpfung: Dividenden
Zum Jahresende 2025 haben sich 1.128 Bürgerinnen und Bürger, Firmen und Kommunen beteiligt. Mit deren Geschäftsguthaben in Höhe von 8,3 Millionen Euro – ergänzt um Fremdkapital der heimischen Regionalbanken – konnten bisher 43 PV-Anlagen im Gesamtwert von über 22 Millionen Euro realisiert werden. Hierfür wurden fast ausschließlich regionale Firmen und Unternehmen beauftragt und damit die heimische Wirtschaft gestärkt.
Beeinträchtigt durch ein unterdurchschnittliches Sonnenjahr und regulatorische Einschränkungen konnte trotzdem ein Ergebnis vor Steuern von 443.000 Euro erwirtschaftet werden. Dieses erfreuliche Ergebnis ermöglichte die Ausschüttung einer deutlich über dem Kapitalmarktzins liegenden Dividende in Höhe von 4,00 Prozent.
Seit Gründung wurden damit insgesamt 2,9 Millionen Euro Dividenden an die Mitglieder ausgeschüttet.
Regionale Wertschöpfung: Steuern
Je erfolgreicher die Genossenschaft wirtschaftet, umso mehr profitieren auch die Kommunen und die staatlichen Institutionen. Seit Gründung hat die Energiegenossenschaft 2,2 Millionen Euro an Gewerbe- und Körperschaftsteuern überwiesen. Hauptprofiteur sind jeweils die Kommunen, in denen die PV-Anlagen installiert sind und damit indirekt die jeweiligen Einwohner dieser Gemeinden.
Regionale Wertschöpfung: Rücklagen
Zu einem stabilen Unternehmen gehört auch ein starkes Fundament. Diese Basis wurde über bilanzielle Rücklagen in Höhe von mehr als 1,4 Millionen Euro ebenfalls eindrucksvoll gelegt. Gerade in Zeiten steigender Zinsen ist dies die Grundlage, um auch zukünftig die Energiewende vor Ort unbürokratisch und auf direktem Wege voranbringen zu können.
Mittlerweile größter Sonnenstrom-Erzeuger in der Region
Mit insgesamt 36 Dachanlagen sowie 7 Freiflächenanlagen hat sich die VR EnergieGenossenschaft Oberbayern Südost eG zum größten regionalen Erzeuger von regenerativem Sonnenstrom im südöstlichen Oberbayern entwickelt. Mit einer installierten Leistung von 18.794 kWp wird rechnerisch Strom für 5.500 Haushalte produziert.
Der Prüfungsverband bescheinigte der Genossenschaft in der Generalversammlung geordnete Rechtsverhältnisse sowie eine gute Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Mitglieder erteilten den Vorständen Jürgen Hubel, Albert Pastötter und Norbert Zollhauser sowie den vier Aufsichtsrats-Mitgliedern die Entlastung. Der Aufsichtsratsvorsitzende Josef Dandl wurde von den Mitgliedern für weitere 3 Jahre in den Aufsichtsrat gewählt. Josef Babl aus Waging wurde für den nicht mehr kandidierenden Karl Joachim Schmitt aus Bad Reichenhall neu in das Aufsichtsgremium gewählt.
Die Herausforderungen bleiben gewaltig
Die konsequente Verfolgung der Ziele einer nachhaltigen Energieversorgung bleibt das Hauptanliegen der heimischen Genossenschaft. Von den politisch vorgegebenen Zielen sind allerdings unsere Landkreise noch ein gutes Stück weit entfernt.
Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, ist eine noch engere Verzahnung mit den Verantwortlichen vor Ort notwendig. Denn nur mit einem Schulterschluss und unter Einbezug aller Beteiligten – von Politik, Unternehmen und Bürgern – können die erheblichen Chancen für unsere Region genutzt werden.
Es liegt an uns, ob wir davon profitieren. Eine Genossenschaft ist in jedem Fall der naheliegendste Weg für echte Bürgerbeteiligung und regionale Wertschöpfung vor Ort.